Tag 1 | Freitag, 12. Dezember 2025

Machtstrukturen: Über Formen, Bilder, Narrative. 

Am ersten Festivaltag erkunden wir, wie Machtstrukturen durch Sprache, Ästhetik und Kultur sichtbar werden und wie Literatur, Popkultur sowie digitale Medien darauf reagieren. Die Panels und Formate widmen sich performativer Kritik und stilistischen Brüchen als Formen des Widerstands. 

zu Tag 2Lageplan
14.00 Uhr

Einlass & Registrierung

15.00 Uhr

Begrüßung & Eröffnung

15.15 Uhr
Betonhalle | Panel

Neue alte Frauenbilder in Literatur, Pop und Gesellschaft

mit Theresa Brückner, Paulina Czienskowski und Rebekka Endler | Moderiert von Hannah Grünewald

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Zwischen konservativ aufgeladenen Weiblichkeitsfantasien im Internet und queeren Gegenentwürfen in Literatur und Pop entfaltet sich ein neuer Kulturkampf: Soll Sichtbarkeit weich sein oder laut? Ist Weiblichkeit ein ästhetisches Ideal oder politischer Widerstand? In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur treffen Care-Narrative auf die Kritik patriarchaler Erzählmuster. 

Auf der Bühne:

++ Theresa Brückner ++ ist in Berlin aufgewachsen und hat evangelische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Seit 2019 ist sie Pfarrerin für Kirche im digitalen Raum im Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg. Sie ist Mit-Gründerin des digitalen Gottesdienstformates »Brot&Liebe« und als Sinnfluencerin Teil des evangelischen Contentnetzwerkes »yeet«, sowie des konfessionsübergreifenden Netzwerks »ruach.jetzt«.

++ Paulina Czienskowski ++ lebt und arbeitet in Berlin, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Sie veröffentlicht u. a. Texte in der Zeit. 2018 erschien der Erzählband »Manifest gegen die  emotionale Verkümmerung« im Korbinian Verlag, 2020 dann ihr Debütroman »Taubenleben« bei Blumenbar, der auf der Shortlist für den EU-Literaturpreis stand. Es folgten Hörspiele für  Deutschlandfunk Kultur und Texte für die Theaterbühne. »Dem Mond geht es gut« ist ihr zweiter Roman bei Blumenbar.

++ Rebekka Endler ++  arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Podcasterin. 2021 erschien ihr erstes Buch »Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt«. In diesem Jahr folgte »Witches, Bitches, It-Girls. Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen«. In ihrem neuen Buch macht sich die Autorin auf die Suche nach den Ursachen des Patriarchats und geht der Frage nach, welche misogynen Mythen bis heute unser Denken und Handeln bestimmen.

++Hannah Grünewald++ ist multimediale Journalistin und ZEIT-Podcast-Redakteurin. Für DIE ZEIT hat sie schon fast alle sozialen Medien und Formate bespielt – ob auf Instagram, TikTok, auf YouTube im Videopodcast „Was Jetzt? Die Woche“, beim Nachrichtenpodcast „Was Jetzt?“, bei Livestreams oder auf der Bühne. Dabei immer im Blick: die rasend schnelle und komplizierte Welt so zu erklären, dass man sie versteht – und sich nicht doomscrollend vor ihr verstecken will.

15:15 | Atelier | Workshop

Creative Writing (ENG)

mit Tash Aw

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Please note: Due to limited space, there are only a limited number of spots available. Therefore, it’s first come, first served.

++ Tash Aw ++ is the award-winning author of five novels, including, most recently, »The South«, as well as a work of non-fiction, »Strangers on a Pier: Portrait of a family«. He has won the Whitbread and Commonwealth Prizes for Best First Novel and been longlisted multiple times for the MAN Booker Prize, among many other distinctions. A regular contributor to the New York Review of Books, the Guardian and the Times Literary Supplement, his writing has also appeared in the New Yorker, the Paris Review and the landmark Granta 100 issue. His work has also been translated into 25 languages. Born in Taipei to Malaysian parents in 1971, he grew up in Kuala Lumpur, Malaysia.

This Workshop is brought to you by the Samuel Fischer Guestprofessorship. 

The Samuel Fischer Guest Professorship is implemented by S. Fischer Verlag, Freie Universität Berlin, the DAAD Artist Program and Holtzbrinck Berlin.

16.30 Uhr
Betonhalle | Live-Podcast

Die sogenannte Gegenwart

mit Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Nina Pauer 

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Was kommt nach der Wokeness? Und warum spielen Erwachsene heute so gern mit Lego? Im Feuilleton-Podcast sprechen wir über die großen und die kleinen Phänomene, die unsere Zeit ausmachen.

Auf der Bühne:

++ Ijoma Mangold ++ ist 1971 in Heidelberg geboren. Studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München, Bologna und Berlin. Start ins Berufsleben bei der „Berliner Zeitung“. Von 2001 bis 2009 Feuilleton-Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“, seither bei der ZEIT. Moderierte zusammen mit Amelie Fried die ZDF-Literatursendung „Die Vorleser“. Träger des Berliner Preises für Literaturkritik. Gastprofessuren in Göttingen und St. Louis.

++ Nina Pauer ++ ist 1982, hat Geschichte, Soziologie und Journalistik in Hamburg und Bordeaux studiert. Sie beobachtet besonders gern Zeitgeist-Themen, Alltagsphänomene und neueste Selbsthilfe-Trends, deren sozialpsychologische Bedeutungen sie in Essays ergründet. Sie hat als Redakteurin im Feuilleton der ZEIT gearbeitet und schreibt nun als Autorin für das ZEIT MAGAZIN. Seit 2020 co-hostet sie den Podcast „Die sogenannte Gegenwart“. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

++ Lars Weisbrod ++ ist seit 2014 bei der ZEIT. Er hat Philosophie studiert, eine Promotion am Munich Center for Mathematical Philosophy brach er ab und besuchte stattdessen die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Seit 2020 moderiert er zusammen mit Nina Pauer und Ijoma Mangold den Podcast „Die sogenannte Gegenwart“.

Kino | Screening

Wir hier unten

Videos von Poliana Baumgarten

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Über Menschen, die trotz harter Arbeit am Rand des Existenzminimums leben.

Video 1: »Armut trotz Rente: Putzen mit 66, weil die Rente nicht reicht« (10 Minuten)

Video 2: »Armut trotz Arbeit: Wie hart soll ich denn noch arbeiten? – Gina, alleinerziehende Mutter« (12 Minuten)

Video 3: »Armut wegen KI: Ein Synchronsprecher wird durch KI ersetzt – und kämpft nun gegen Armut« (10 Minuten)

Video 4: »Armut trotz Bürgergeld: Herr Merz, schauen Sie sich an, wie faul ich bin« (12 Minuten)

17:40 Uhr
Betonbar | Gespräch

Reden über die AfD? Erzählungen, Wandel und Wahlkampf in Deutschland

Dilan Gropengiesser im Gespräch mit August Modersohn

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Wie sprechen wir heute über die AfD? Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 diskutieren wir, wie Medien, Politik und persönliche Erfahrungen die öffentliche Debatte prägen. 

Reporter August Modersohn hat in seinem Buch »In einem neuen Land«  ganz Deutschland bereist: Er fragt, wie sich Ost und West, aber Süd und Nord verändert haben, was geblieben ist, und wie alte und neue Erzählungen unser Bild von Gesellschaft und Demokratie beeinflussen.

In diesem Gespräch geht es um die Frage, wie wir über die AfD reden (oder auch nicht), welche Geschichten erzählt werden und wie das Erinnern und Deuten von Vergangenheit und Gegenwart unser politisches Klima beeinflusst. 

Auf der Bühne mit:

++ August Modersohn ++ wurde 1994 im Westen Berlins geboren, kam in Dresden zum Journalismus und in Leipzig zur Wochenzeitung Die Zeit. Das medium magazin wählte ihn 2020 unter die »Top 30 bis 30« und 2024 unter die »Politik-Journalisten des Jahres«. Seit 2022 ist er stellvertretender Leiter des Leipziger Zeit-Büros und berichtet von dort über Ostdeutschland.

++ Dilan Gropengiesser ++, geboren 1988 in Zürich, verantwortet die Live-Moderation und Reportage bei DIE ZEIT, nachdem sie knapp vier Jahre stellvertretend das Videoressort geleitet hat. Zuvor war sie als Reporterin für das „Y-Kollektiv“ von funk und „Spiegel Online“ im Einsatz. Für „bento“ realisierte sie politische Videokommentare und entwickelte das reichweitenstarke Format „Bekenner-Video“. Ihre beruflichen Anfänge machte sie als Moderatorin und Redakteurin bei den Schweizer TV-Sendern Tele Top und TeleZüri. Sie hat Journalismus, Kommunikation und Ethnologie in Zürich studiert.
Kino | Lesung 

Hannah

mit Miku Sophie Kühmel | Moderiert von Amna Franzke

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Es sind die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, als Til auf Hannah trifft und Hannah auf Til. Eine gemeinsame Dekade beginnt. Erst in Den Haag, dann in Berlin verbringen die ostdeutsche Künstlerin Höch und die niederländische Autorin Brugman die letzten großen Partys und Momente zärtlicher Zweisamkeit. Doch von Sommer zu Sommer entpuppt sich das gemeinsame Leben und Schaffen zunehmend als Herausforderung. Unter den bösen Augen der NS wird die Flucht in ihre zweisame Welt unmöglich.  

Kühmel lässt in »Hannah« (S.Fischer, 2025) Briefe, Tagebücher und Zeitstrahl lebendig werden und die Charaktere dabei noch ein letztes Mal die gemeinsamen Sommer erleben.   

Auf der Bühne mit:

++ Miku Sophie Kühmel ++ wurde 1992 in Gotha geboren. Sie hat Literatur- und Medienwissenschaften studiert – kurz in New York und länger in Berlin, wo sie heute lebt und arbeitet. Sie ist freie Schriftstellerin und produziert verschiedene Podcast-Formate. Nach Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien 2019 ihr Debütroman »Kintsugi«, für den sie mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2019 und dem »aspekte«-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet wurde. Sie erhielt u.a. Stipendien des Alfred Döblin-Hauses der Akademie der Künste, des Künstlerhofes Schreyahn und der Stadt Gotha. 2022 erschien ihr zweiter Roman »Triskele«, mit dem Miku Sophie Kühmel für den Clemens-Brentano-Preis 2023 nominiert war.

++Amna Franzke++ ist Formatenwicklerin bei der ZEIT. Sie hat nach dem Abitur die Deutsche Journalistenschule besucht. Seit 2018 arbeitet sie bei der ZEIT. Sie hat das Campus-Team in der Onlineredaktion geleitet sowie das Ressort Junge Angebote. Außerdem moderiert sie diverse Veranstaltungen und Videoformate. 2023 wurde sie vom Medium Magazin zu den 30 wichtigsten Nachwuchsjournalisten Deutschlands gewählt. 

18.30 Uhr
Betonhalle | Panel

Andere Welten denken: Afrosurrealismus, Dark Romance und Science-Fiction

mit Jalil, Feven Michael Keleta, Aiki Mira und Anya Omah | Moderiert von Yasmine M’Barek

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Fantastische Literatur öffnet Räume des Möglichen. Räume, in denen andere Körper, Beziehungen und Formen des Zusammenlebens erprobt werden können. In Afrosurrealismus, Dark Romance und Science-Fiction begegnen wir Zukunfts- und Parallelwelten, die gesellschaftliche Leerstellen sichtbar machen und dominante Narrative infrage stellen. Was zieht junge Leser*innen in diese Welten und welche Freiheiten bieten fantastische Genres für marginalisierte Perspektiven? Wie werden Machtstrukturen neu verhandelt und welche politischen Potenziale stecken hinter der vermeintlichen Realitätsflucht? Welche Denk- und Lebensräume entstehen, wenn wir literarisch über die Grenzen des Realen hinausgehen? 

Auf der Bühne u.a. mit:

++ Feven Michael Keleta ++ lebt, schreibt und arbeitet in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit afrodiasporischer Musik, Afrofuturismen und -surrealismen. Neben Projekten zu Erinnerung, Widerstand und Subkultur gestaltete und hostete sie in den vergangenen Jahren Podcasts, Talks und Gesprächsformate, unter anderem für die Musikerin Alli Neumann sowie den 99 Questions Podcast, der sich mit Restitution, Museen und ihren kolonialen Verflechtungen befasste und Gäst*innen aus Kunst, Aktivismus und Wissenschaft zusammenbrachte.

Derzeit arbeitet Feven an „project: tapeshifta“, einem fortlaufenden Archivierungsprojekt, das die Musik der eritreischen Revolution digitalisiert, kontextualisiert und zugänglicher macht. Ihre Praxis verbindet Recherche, kuratorische Ansätze und diskursive Vermittlungsarbeit, immer mit einem Blick auf die vielfältigen Ausdrucksformen Schwarzer diasporischer Kulturen.

++ Aiki Mira ++ ist Autor*in von Romanen, Kurzgeschichten und Essays, die sich mit neuen, anderen Formen von Beziehung, Körper und Zukunft auseinandersetzen. Für diese Arbeiten wurde Aiki mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis und dem Kurd-Laßwitz-Preis. Übersetzungen ins Englische, Französische und Chinesische machen Aikis Short Fiction bereits international zugänglich. Mit den Romanen »Neongrau«, »Neurobiest« und »Proxi« gewann Aiki drei Jahre in Folge den Kurd-Laßwitz-Preis. Neongrau wurde zudem als Hörspielserie für die ARD adaptiert.  

++ Anya Omah ++ ist geboren in Nordrhein-Westfalen, hat als medizinisch-technische Laborassistentin und Wirtschaftspsychologin gearbeitet, bevor sie sich als Autorin selbstständig machte. Über diese Entscheidung sagt sie Folgendes: „Ich war verrückt genug, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, und kehrte dem sicheren Bürojob den Rücken. Aber mal ehrlich … wie verrückt kann es sein, einen Traum zu leben, wenn man die Chance dazu bekommt?“ Im März 2014 veröffentlichte sie ihren Debütroman, es folgten zahlreiche weitere New-Adult-Romane. Mit der Sturm-Trilogie stand sie erstmals auf der Spiegel-Bestsellerliste, Band 3, »Gewitterleuchten«, stieg bis auf Platz 2.

++Yasmine M’Barek++ ist Redakteurin im Interviewressort der ZEIT. Sie hostet den ZEIT Podcast „Ehrlich jetzt?“, für den sie deutsche Spitzenpolitiker*innen interviewt. 

18:00 – 20:00
Atelier | Upcycling-Workshop

Lesezeichen basteln

19.45 Uhr
Betonbar | Gespräch

Macht, Memes und Maschinen

Julian Stopa im Gespräch mit Svea Mausolf

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Die sozialen Medien sind längst nicht mehr bloß Plattformen. Sie sind politische Werkzeuge, ästhetische Labore und Schauplätze ideologischer Kämpfe. Wer kontrolliert, was sichtbar wird? Welche Weltbilder sind in Codes, Algorithmen und Interfaces eingeschrieben? Zwischenalternativen Fakten, memetischer Kunst und der Sehnsucht nach digitalem Rückzug stellen sich unter anderem die Fragen Wie frei ist unsere Öffentlichkeit eigentlich? Und wer programmiert ihre Grenzen? 

Auf der Bühne:

++ Svea Mausolf ++ ist Künstlerin und Autorin. Bekanntheit erlangte sie über ihren Instagram-Account @Sveamaus, für den sie als „Meme-Queen“ gefeiert wird. Mausolf wuchs in Frankfurt (Oder) auf, brach ein Kunststudium an der Hochschule in Essen ab und lebt heute in Köln. Auf Instagram erstellt sie Bilder mit Text, die mit ihrer tragischkomischen Poetik die Herzen berühren. Ein Sveamaus-Meme triggert alle Wunden der menschlichen Seele auf einmal. 

++ Julian Stopa ++ ist Host und Redakteur vom ZEIT Hochkant-Ressort. Nach seinem Bachelor-Studium „Medienwissenschaft“ in Marburg und einer Ausbildung an der Kölner Journalistenschule war er als jüngster Redakteur bei der ZEIT Gründungsmitglied des Hochkant-Ressorts und ist immer wieder Gast und Moderator bei verschiedenen TV-, Podcast-Formaten und Podiumsdiskussionen.

Kino | Gespräch

Reclaiming narratives: power and identity in postcolonial worlds (ENG)

Senthuran Varatharajah in conversation with Samuel Fischer Guest Professor Tash Aw

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How does power shape identity in postcolonial societies? Lingering colonial influences continue to affect language, culture, and the sense of belonging, making the act of telling one’s own story a powerful form of resistance and self-empowerment. On stage we explore how individuals and communities navigate these forces, reclaim their narratives, and reshape what it means to belong. 

On stage with:

++ Tash Aw ++  is the award-winning author of five novels, including, most recently, »The South«, as well as a work of non-fiction, »Strangers on a Pier: Portrait of a family«. He has won the Whitbread and Commonwealth Prizes for Best First Novel and been longlisted for the MAN Booker Prize, among many other distinctions. A regular contributor to the New York Review of Books, the Guardian and the Times Literary Supplement, his writing has also appeared in the New Yorker, the Paris Review and the landmark Granta 100 issue. His work has also been translated into 25 languages. Born in Taipei to Malaysian parents in 1971, he grew up in Kuala Lumpur, Malaysia.

++Senthuran Varatharajah++ born in Jaffna, Sri Lanka, in 1984, studied philosophy, Protestant theology, and comparative religious and cultural studies in Marburg, Berlin, and London. His first novel, »Vor der Zunahme der Zeichen«, was published by S. Fischer Verlag in 2016. His second novel, Rot (Hunger), was published in 2022. His novels have received numerous awards.

This Event is part of the Samuel Fischer Guestprofessorship. 

The Samuel Fischer Guest Professorship is implemented by S. Fischer Verlag, Freie Universität Berlin, the DAAD Artist Program and Holtzbrinck Berlin.

20.30 Uhr
Betonhalle | Dragshow

Drag 🤝 Literatur

mit Rachel Intervention

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++ Rachel Intervention ++ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Publikum mit lustigen Spoken Word Lipsync Performances und Stand-Up-Comedy zum Lachen zu bringen. Sie durfte bereits Bühnenshows von RuPaul’s Drag Race Stars eröffnen und ist mit ihren Comedy-Fertigkeiten, zahlreichen One-Woman-Shows und Gast-Performances bereits eine Hausnummer in der deutschen Drag Szene.

21.15 Uhr
Betonbar | DJ-Set

Ausklang an der Bar

mit sophie cut

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++ sophie cut ++ ist seit 2 Jahren als DJ in der Technoszene unterwegs, und hat sich in verschiedenen Stilrichtungen ausprobiert. Mittlerweile findet sich ihr Sound vorwiegend im groovig-atmosphärischen Techno & Trance wieder, der mit subtiler Variation, dosierten Build Ups und sphärischen Klangwelten zu einem filmischen Tanzerlebnis einlädt. Dabei schwingt immer der Hunger nach Freiheit, Gleichheit und Unbeugsamheit vor den Mächtigen mit. 

Tag 2 | Samstag, 13. Dezember 2025

Machtverhältnisse herausfordern und Macht ergreifen durch politisches Handeln, Schreiben und Verbundenheit. 

Der zweite Tag rückt das politische Agieren ins Zentrum: Es geht um konkrete Mitgestaltung, um Zugang, ökonomische Gerechtigkeit, Sichtbarkeit und Gegenmacht. Die Panels thematisieren, wie Macht institutionalisiert ist, in Parlamenten, in Lebensläufen, in Sprachstrukturen, in Nationalnarrativen und wie widerständige Stimmen sich Räume darin zurückholen. 

zu Tag 1Lageplan
13.00 Uhr

Einlass & Registrierung

14.00 Uhr

Begrüßung

14.15 Uhr
Betonhalle | Panel

Ran an die Macht: Politik als Raum für junge Ideen

mit Maximilian Oehl, Michael Benecke, Dario Schramm und Nora Zabel | Moderiert von Yasmine M’Barek

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Sie kandidieren, engagieren sich, mischen sich ein und stehen zugleich im Kreuzfeuer. Junge Menschen, die sich politisch beteiligen, kämpfen nicht nur gegen veraltete Strukturen, sondern auch gegen Hass, Misstrauen und digitale Bedrohung. Wie lässt sich Vertrauen zurückgewinnen, wenn Politik für viele längst wie ein geschlossener Club wirkt? Zwischen grassierendem Vertrauensverlust, digitalen Anfeindungen und zäher Parteibürokratie stellt sich die Frage: Wie kann politische Teilhabe wieder attraktiv werden? Und was muss sich ändern, damit junge Stimmen im politischen Apparat gehört werden und mitbestimmen können? 

Auf der Bühne u.a. mit:

++ Nora Zabel ++ wurde 1996 in Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern, geboren. Sie arbeitete dort in der CDU-Landtagsfraktion und später in der CDU-Parteizentrale. Heute ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Bundestagsabgeordneten und Staatsministerin im Auswärtigen Amt Serap Güler (CDU). Zabel ist Co-Host des Podcasts Womensplaining und Gastkommentatorin für verschiedene Zeitungen, darunter ZEIT, taz und Cicero. Von ZEIT CAMPUS wurde sie 2023 in die Auswahl »Die 30 bis 30« gewählt. Sie schloss ihr Masterstudium in Philosophie und Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg ab.

++ Dario Schramm ++ (Jahrgang 2000) war von 2020 bis 2021 Bundesschülersprecher, danach Studium Politik & Recht an der Europauniversität Viadrina. Sein Buch „Die Vernachlässigten“ erschien 2022 bei DroemerKnaur. Seit 2022 Public Affairs Manager bei simpleclub und im Vorstand des Deutschen EdTech-Verbandes. 

++ Maximilian Oehl ++ ist Experte für politische und gesellschaftliche Innovationen und Gründer der Initiative Brand New Bundestag, die sich für Vielfalt, Überparteilichkeit und wirksame Prozesse in der Politik einsetzt. Als Jurist war er unter anderem Initiator der ersten studentischen Refugee Law Clinic in Köln, die Migrant*innen kostenlose Rechtsberatung anbietet, und Gründungsvorsitzender des gleichnamigen Bundesverbands. Heute engagiert er sich als Gründer und Leiter von Media Force für eine wehrhafte digitale Demokratie, indem er die Bekämpfung von Desinformation und Extremismus in den sozialen Medien vorantreibt. 2025 ehrte ihn die Wirtschaftswoche als einen von „Deutschlands 30 bis 2030“, zudem wurde er zweimal als Teil der Capital „Top 40 under 40“ ausgezeichnet.

++ Michael Benecke ++ ist seit 2016 Kreisvorsitzender der Jungen Union im Altmarkkreis Salzwedel und Mitglied im dortigen CDU-Kreisvorstand. Von 2016 bis 2019 wirkte er als Landesschülersprecher in Sachsen-Anhalt, anschließend bis 2021 als Landesvorsitzender der Schüler Union Sachsen-Anhalt. Zwischen 2018 und 2025 arbeitete er als Referent eines Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Zudem ist er Chefredakteur und Kolumnist des Magazins „JUt konservativ“ der Jungen Union Sachsen-Anhalt. Im August 2025 schrieb er das Erste Juristische Staatsexamen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und absolvierte einen Schwerpunkt u.a. in Staats-, Kirchen-, Medien- und Kulturrecht. Seit November 2025 ist er das jüngste Mitglied im Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt.

Atelier | Reading Party

Social Reading Party – Berlin liest

von Bookie

Mehr Informationen

Mach’s dir gemütlich, schlag ein Buch auf und genieße ein besonderen Nachmittag unter Buchliebhaber*innen.

Was du erwarten kannst?

Statt zu scrollen, greifst du zu deinem Buch – und bist umgeben von Menschen, die dasselbe tun. In kleinen Lesepausen kannst du ins Gespräch kommen, Bücher tauschen, Geschichten teilen. Ganz ohne Druck, aber mit viel Raum für Begegnung.

Was solltest du mitbringen?

  • ein Buch, das du Lesen möchtest
  • Offenheit für neue Geschichten und neue Menschen
  • Optional: ein weiteres Buch zum Tauschen

Für alle, die Bücher lieben, egal ob Vielleser*in oder Gelegenheitsleser*in. Ob du ganz in deinem Roman versinken oder zwischendurch mit anderen über Literatur plaudern möchtest, es ist beides möglich.

15.20 Uhr
Betonhalle I Panel

Wer kann sich morgen leisten?

mit Betiel Berhe, Baro Vicenta Ra Gabbert, Patrick Kaczmarczyk und Katja Urbatsch | Moderiert von Amna Franzke

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Zwischen Teilzeitjob, Care-Arbeit oder Freelancer-Hustle können viele Menschen nicht von ihrer Arbeit leben. Während Aufstiegsversprechen bröckeln, wird soziale Herkunft wieder zur Schicksalsfrage. Was heißt finanzielle Gerechtigkeit in einer Gesellschaft, in der Geld die Sprache ist, die alle verstehen, aber nicht alle sprechen dürfen? Ein Gespräch über Biografien am Rand, unsichtbare Arbeit und die Frage: Wer kann sich eigentlich Zukunft leisten? 

Auf der Bühne mit:

+++ Betiel Berhe +++ ist studierte Ökonomin und Aktivistin. In der Vergangenheit war sie für zahlreiche internationale sowie nationale Organisationen und NGOs tätig. Heute ist sie in unterschiedlichen rassismuskritischen Netzwerken aktiv, hält Vorträge, gibt Workshops und berät zu Social Justice Themen wie Klasse/ Klassismus, (Anti-) Rassismus, Migration und Bildung. Aktuell arbeitet sie Schwerpunktmäßig zur Verbindung von „Race und Class“ – im deutschen Kontext.

++Baro Vicenta Ra Gabbert ++ (geboren 1997) ist Juristin und Sprecherin für sozial-ökologische Gerechtigkeit bei Greenpeace Deutschland. Bereits während ihres Studiums an der Bucerius Law School in Hamburg und an der FGV in Rio de Janeiro gründete sie mit der Climate Clinic die erste studentische Beratung für Klima und Recht in Deutschland, in der sich mittlerweile über 100 Nachwuchsjurist:innen engagieren und weiterbilden. Als Sachverständige beriet sie die Bundesregierung unter anderem in Fragen der Generationengerechtigkeit. Der SPIEGEL nannte sie als Hoffnungsträger:in 2025. Gemeinsam mit Fabian Grischkat schrieb sie das Buch “keine Zukunft ist auch keine Lösung”, das 2025 im Piper Verlag erschienen ist.

++ Katja Urbatsch ++ ist Gründerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation ArbeiterKind.de. Sie wurde 1979 in Ostwestfalen geboren und ist die erste Akademikerin ihrer Familie. Aus eigener Erfahrung kennt sie die Hürden, mit denen junge Menschen aus Familien ohne Hochschulerfahrung beim Bildungsaufstieg konfrontiert sind – eine Erfahrung, die sie zu ihrem lebenslangen Engagement für Studierende der ersten Generation motiviert hat. Ihr Ziel ist es, dass die Verwirklichung von Potenzialen nicht vom Elternhaus abhängt und dass alle, die studieren möchten, dies unabhängig von ihrer Herkunft tun können.

++Amna Franzke++ ist Formatenwicklerin bei der ZEIT. Sie hat nach dem Abitur die Deutsche Journalistenschule besucht. Seit 2018 arbeitet sie bei der ZEIT. Sie hat das Campus-Team in der Onlineredaktion geleitet sowie das Ressort Junge Angebote. Außerdem moderiert sie diverse Veranstaltungen und Videoformate. 2023 wurde sie vom Medium Magazin zu den 30 wichtigsten Nachwuchsjournalisten Deutschlands gewählt. 

Atelier | Reading Party

Social Reading Party – Berlin liest

von Bookie

Mehr Informationen

Mach’s dir gemütlich, schlag ein Buch auf und genieße ein besonderen Nachmittag unter Buchliebhaber*innen.

Was du erwarten kannst?

Statt zu scrollen, greifst du zu deinem Buch – und bist umgeben von Menschen, die dasselbe tun. In kleinen Lesepausen kannst du ins Gespräch kommen, Bücher tauschen, Geschichten teilen. Ganz ohne Druck, aber mit viel Raum für Begegnung.

Was solltest du mitbringen?

  • ein Buch, das du Lesen möchtest
  • Offenheit für neue Geschichten und neue Menschen
  • Optional: ein weiteres Buch zum Tauschen

Für alle, die Bücher lieben, egal ob Vielleser*in oder Gelegenheitsleser*in. Ob du ganz in deinem Roman versinken oder zwischendurch mit anderen über Literatur plaudern möchtest, es ist beides möglich.

16.30 Uhr
Betonbar | Panel

Stoffwechsel: Wenn Geschichten ihre Form verändern

mit Enis Maci und Leif Randt I Moderiert von Khuê Phạm

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Aus einem Roman wird ein Film, aus einer Erinnerung eine Szene, aus einer Figur ein Symbol. Was geht dabei verloren, was wird möglich? Wenn Geschichten mediale Formen wechseln, geraten Macht, Deutung und Nähe neu in Bewegung. Wie gehen Autor*innen und Drehbuchschreibende damit um, die Geschichte anderer Menschen zu erzählen oder ihre eigene aus der Hand zu geben? Und was bedeutet es, wenn narrative Kontrolle zur kollektiven Verantwortung wird? 

Auf der Bühne:

++ Enis Maci ++ wurde für ihre Theaterstücke und Essays mehrfach ausgezeichnet. Im Suhrkamp Verlag erschienen »Eiscafé Europa«, »WUNDER« und »Karl May« (mit Mazlum Nergiz). 2024 erscheint der gemeinsam mit Pascal Richmann verfasste Roman »Pando«.

++ Leif Randt ++ ist 1983 in Frankfurt am Main geboren und der Autor von fünf Romanen und einem Kinofilm. Bisher erschienen sind die Utopien »Planet Magnon« (2015) und »Schimmernder Dunst über CobyCounty« (2011), der London-Roman »Leuchtspielhaus« (2009) sowie die Lovestory »Allegro Pastell« (2020). Seine Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Seit 2017 co-kuratiert er das Onlineverlags-Label tegelmedia.net. 

++ Khuê Phạm ++ ist eine preisgekrönte ZEIT-Redakteurin und Buchautorin. 2012 veröffentlichte sie mit Alice Bota und Özlem Topçu »Wir neuen Deutschen«, das von Einwandererkindern und ihrem Platz in Deutschland handelt. Ihr Debütroman »Wo auch immer ihr seid« ist von ihrer vietnamesischen Familie inspiriert. Er wurde als Tanztheater („KIM“) adaptiert und erschien 2024 als „Brothers and Ghosts“ in Großbritannien, Australien und den USA. Khuê Phạm gehört zu den Gründungsmitgliedern den PEN Berlin und seit 2022 zu der Jury für den Internationalen Literaturpreis, den das Haus der Kulturen der Welt ausrichtet.

Kino | Panel

Auf den Spuren des weiblichen, Schwarzen Widerstands

mit James Sullivan und Patricia Eckermann I Moderiert von Magdalena Inou

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Dieses Panel stellt die Aktivistin Rosa Parks in den Mittelpunkt und fragt, wie leiser Widerstand und alltägliche Courage die Welt mit Wucht verändern können. Gemeinsam mit James Sullivan und Patricia Eckermann spricht Magdalena Inou über Frauen, deren Handeln im Schatten stehen und darüber, wie ihre Geschichten erzählt, weitergegeben und neu gedacht werden können und müssen. 

Auf der Bühne:

++ Patricia Eckermann ++ wurde 1969 in Bielefeld geboren und ist eine Schwarze deutsche Show-, Serien- und Romanautorin. Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und beleuchtet in ihren Texten die Diversität unserer Gesellschaft. Ihr Roman »Elektro Krause« wurde 2021 mit dem Publikumspreis »Kristallener Stephan« ausgezeichnet.

++ James Sullivan ++ wurde 1974 in West Point (Highlands, New York) geboren und wuchs in Deutschland auf. Er studierte Anglistik, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Köln. Gemeinsam mit Bernhard Hennen schrieb er einen der erfolgreichsten Fantasyromane aller Zeiten, »Die Elfen«.  

++ Magdalena Inou ++ arbeitet im Hochkant-Ressort der ZEIT. Sie studierte Journalismus und Medienmanagement in Wien und Brüssel und beschäftigt sich aktuell mit Asien- und Afrikastudien an der Humboldt-Universität zu Berlin.

17.20 Uhr
Betonhalle | Panel

Literarische Solidarität in Zeiten der Bedrängnis

u.a. mit Ahmad Katlesh und Jehona Kicaj I Moderiert von Anastasia Tikhomirova

Mehr Informationen

Was bedeutet es, aus oder über Räume zu schreiben, die von politischem Umbruch geprägt sind, von Repression, Revolte, Rückschlägen und Hoffnung? Weltweit entstehen seit Jahrzehnten Stimmen, die die Komplexität geopolitischer Kämpfe literarisch erfassen, jenseits von Opfererzählung oder westlicher Projektionsfläche. 

Auf der Bühne:

++ Ahmad Katlesh ++ ist 1988 in Damaskus geboren und lebt als Schriftsteller, Sprecher und Journalist in Berlin. Er veröffentlichte Lyrik und Prosabände in Syrien und Jordanien, sein erster Gedichtband auf Deutsch erschien im November 2020 und wurde mit dem Chamisso-Publikationsstipendium der Friedrich-Baur-Stiftung ausgezeichnet. In seinem Podcast «Tiklam» vertont er für ein Millionenpublikum literarische Werke auf Arabisch.

++ Jehona Kicaj ++ 1991 im Kosovo geboren und aufgewachsen in Göttingen. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Jehona Kicaj ist Mitherausgeberin der Anthologie »„Und so blieb man eben für immer“. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder« (2023). Der Roman »ë« ist ihr Debüt. 

++ Anastasia Tikhomirova ++ ist Journalistin bei DIE ZEIT. Zuvor frei für „taz“, „Tagesspiegel“ und andere. Sie ist Alumna des Marion-Gräfin-Dönhoff Stipendiums der Internationalen Journalistenprogramme 2021, welches sie bei der „Nowaja Gaseta“ in Moskau absolvierte. Das „Medium Magazin“ wählte sie 2023 zu den Top 30 bis 30 Journalistinnen und Journalisten des Landes. Sie steht am Ende ihrer Master in Osteuropastudien und interdisziplinärer Antisemitismusforschung in Berlin. Zuvor studierte sie Kulturwissenschaft und Philosophie.  

Kino | Screening & Talk

Ein Händchen für Repräsentation

mit Matilda Jelitto und Tom Heinrich | Moderiert von Rebecca Habtemariam

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Was bedeutet es, sich selbst im Film zu sehen – wirklich zu sehen? Nicht als Tragödie, nicht als Schockeffekt, sondern als Hauptrolle mit Ecken, Kanten und Coolness?

Um darauf aufmerksam zu machen, dass sich Menschen mit einer Hand- oder Armfehlbildung noch nie positiv im Film oder TV repräsentiert gefühlt haben, soll die Filmgeschichte neu geschrieben werden – zumindest für sechzig Sekunden.

Auf der Bühne:

++ Matilda Jelitto ++ schreibt in ihrer InstaBio: hot & disabled. Darauf lässt sie sich jedoch nicht beschränken. Deutscher HipHop, zugängliche Aufklärung und die Arbeit als Regisseurin sind nur einige ihrer Talente. Neben Deutschraplyric-Analysen setzt sie sich als Content-Creator auch mit Popkultur, Feminismus, Politik und Behinderung auseinander. Letzteres ist dabei etwas ganz Persönliches, denn Matilda hat eine angeborene Handfehlbildung. Aus diesem Grund ist vor allem die Repräsentation von Menschen mit Behinderung eines ihrer Herzensthemen. In ihrem aktuellen Regiedebüt »Ein Händchen für Repräsentation« inszenierte sie ikonische Filmszenen neu – aber diesmal inklusiv besetzt.

+++ Tom Heinrich +++ hat früh gelernt, dass die Produktionswelt oft starrer ist, als kreative Arbeit es verdient. 2021 gründete er gemeinsam mit Esteban Gonzalez Luna die Werbefilmproduktion first dot – nicht aus Gründerromantik, sondern aus dem Wunsch heraus, Hierarchien aufzubrechen, neuen Talenten echten Raum zu geben und nachhaltigere Arbeitsweisen zu verankern. Neben der Werbung verfolgt first dot konsequent freie Projekte, die etwas verändern wollen. Eines davon: »Ein Händchen für Repräsentation«. Wenn er nicht als Producer dreht, ist er unterwegs, um die Welt zu sehen und neue Perspektiven mit nach Hause zu bringen.
17:30 – 19:30
Atelier | Upcycling-Workshop

Lesezeichen basteln

18.30 Uhr
Betonbar | Lesung

Hundesohn

mit Ozan Zakariya Keskinkılıç | Moderiert von Dilan Gropengiesser

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»In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen«, wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt. 

Hundesohn erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit, der Angst und dem Glück, wenn man liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch, in fremden Betten und im Gebet. Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart, über alle Grenzen von Ländern, Sprache und Körper hinweg. 

Auf der Bühne:

++ Ozan Zakariya Keskinkılıç ++ ist 1989 geboren und studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt »Prinzenbad« im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch »Muslimaniac«, »Die Karriere eines Feindbildes« im Verbrecher Verlag. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien (u. a. »anders bleiben«, Rowohlt 2023) veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. Er war für den Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert und wurde mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2025 ausgezeichnet. »Hundesohn« ist sein erster Roman.

++ Dilan Gropengiesser ++, geboren 1988 in Zürich, verantwortet die Live-Moderation und Reportage bei DIE ZEIT, nachdem sie knapp vier Jahre stellvertretend das Videoressort geleitet hat. Zuvor war sie als Reporterin für das „Y-Kollektiv“ von funk und „Spiegel Online“ im Einsatz. Für „bento“ realisierte sie politische Videokommentare und entwickelte das reichweitenstarke Format „Bekenner-Video“. Ihre beruflichen Anfänge machte sie als Moderatorin und Redakteurin bei den Schweizer TV-Sendern Tele Top und TeleZüri. Sie hat Journalismus, Kommunikation und Ethnologie in Zürich studiert.

Kino | Gespräch

Through mothers‘ eyes: Feminist Waves in East Asia (ENG) 

Lin Hierse and Hannah Michell | hosted by Rebecca Rukeyser

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How do our mothers’ political beliefs shape us, and how do their lives continue within us? How does it shape the way we tell stories? Do we find comfort or limitation in traditions? In this conversation, Hannah Michell, current Picador Guest Professor, and Lin Hierse come together to explore questions of self-determination, tradition, and transformation in Korea, China, and beyond. At the heart of the discussion are stories where belonging and new beginnings, feminist movements and family ties are closely intertwined. 

On stage:

++ Lin Hierse ++ is a writer and journalist. Her articles and columns appear in publications such as taz, Zeit Online and literary magazines. After her highly acclaimed debut »Wovon wir träumen« (Piper 2022) her second novel »Das Verschwinden der Welt« followed in 2024 (Piper). Lin Hierse lives and works in Berlin.

++ Hannah Michell ++ was born in England and raised in Seoul. Her first novel, »THE DEFECTIONS«, was published in France and the UK in 2014 to wide acclaim. Her second novel, »EXCAVATIONS« (One World, 2023) was named one of the best crime novels of 2023 by LitHub and one of the top ten mysteries of 2023 by Publishers Weekly. She has taught at Stanford, UC Berkeley and the Dominican University of California.

++ Rebecca Rukeyser ++ is the author of the novel »The Seaplane on Final Approach«. Her work has appeared in The Believer, Granta, and Best American Nonrequired Reading among others, and was awarded the Berlin Senate Endowment for Non-German Literature. She teaches creative writing at Bard College Berlin.

This event is part of the Picador Guest Professorship. 

19.30 Uhr
Betonhalle | Live-Podcast

Ist das normal?

Maria Popov zu Gast

bei Melanie Büttner und Sven Stockrahm

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Was ist guter Sex? Und was brauchen glückliche Beziehungen? DIE ZEIT klärt auf – im Podcast mit Sexualtherapeutin Melanie Büttner und Wissen-Ressortleiter Sven Stockrahm.

Auf der Bühne:

++ Maria Popov ++ ist Journalistin und Moderatorin. Die gebürtige Bulgarin wuchs in Mönchengladbach auf. Von 2016 bis 2024 ist sie Teil des „Auf Klo“ – Teams bei funk, bei dem sie als Redakteurin und Moderatorin fungiert. Inzwischen moderiert sie das Nachfolgeformat „Das letzte Gespräch“. Popov setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit ein, moderiert Veranstaltungen, darunter die Konferenz für digitale Jugendkultur „Tin Con“ sowie 2024 zusammen mit Vidina Popov den Deutschen Theaterpreis „DER FAUST“. Sie dreht Dokumentationen und Reportagen, so die 3sat-Reihe „Futur Wir“, in der sie gemeinsam mit Autorin Sineb El Masrar und Journalist Sascha Chaimowicz in den Dialog mit jungen Meinungsmacher*innern und Aktivist*innen tritt. 2023 präsentiert sie für die dpa und Podimo den News-Podcast „Stand der Dinge“, 2024 gibt sie ihr Schauspieldebüt in der mehrteiligen ARD-Serie „Made in Germany“, welche das Leben von sechs Freunden mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen auf ihren Wegen ins Erwachsenwerden in Berlin begleitet. Im Oktober 2025 erschien ihr Sachbuch-Debüt »Kein Bock Club« im Kiwi-Verlag. 

++ Melanie Büttner ++ ist Sexualtherapeutin, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Wissenschaftlerin. Wenn sie nicht gerade für DIE ZEIT über Sex podcastet, schreibt sie und forscht, hält Fortbildungen oder sieht in ihrer Praxis Menschen, die sich mit ihrer Sexualität wohler fühlen wollen. Gemeinsam mit Sven Stockrahm und Alina Schadwinkel hat sie auch ein Buch zum Podcast geschrieben: »Ist das normal? – Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst«.

++ Sven Stockrahm ++ leitet das Ressort Wissen Online und ist Herausgeber Gesundheit und Digital bei der ZEIT. Diese drei Ressorts hat er mit aufgebaut, seit er 2009 als Redakteur bei ZEIT ONLINE anfing. In seinem Podcast „Ist das normal?“ spricht er über Sex, Liebe und Beziehungen – gemeinsam mit der Ärztin, Sexual- und Psychotherapeutin Melanie Büttner und Gäst:innen. Dazu erschien im März 2020 sein erstes Buch »Ist das normal? – Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst«.

Kino | Screening & Panel

Black Hair in Deutschland/Disentangled: Why Black Hair Can’t Be Just Hair

Video von Poliana Baumgartner & Elif Küçük

mit Johanna Lukate & Rebecca Habtemariam

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Schwarzes Haar und Schwarze Hairstyles erzählen eigene Geschichten und werden von außen fremderzählt. Was bedeutet es, wenn Haare zu politischen Akteuren werden? Wie prägen kulturelle Narrative und gesellschaftliche Machtverhältnisse die intimsten Beziehungen zum eigenen Körper? In welchen Räumen können Schwarze Menschen authentisch sie selbst sein, ohne dass ihr Haar zu einem Ort der Verhandlung wird? Und wie begegnen wir sinnvoll strukturellem Rassismus und mangelnder Aufklärung im Zusammenhang mit Schwarzem Haar, damit jeder Raum ein sicherer Raum für Schwarze Menschen wird?
Nach einer Filmvorführung der Dokumentaion „Black Hair in Deutschland“ (Poliana Baumgarten und Elif Kücük für DIE ZEIT) spricht Moderatorin Rebecca Habtemariam (DIE ZEIT) mit Dr. Johanna Lukate über ihr dieses Jahr erschienes Buch „Disentangled: Why Black Hair Can’t Be Just Hair „.
Durch eine Sammlung vielfältiger Erfahrungen beleuchtet Lukate die tiefgreifende Bedeutung von Haar als Ausdrucksmittel, Widerstandsform und kollektivem Gedächtnis. Ihre Forschung enthüllt, wie und wo sich komplexe Identitätsprozesse widerspiegeln und eröffnet Wege zu einem empowernden Verständnis der eigenen Selbstentdeckung.

Auf der Bühne:

++ Johanna Lukate ++ wuchs in Mannheim auf und entwickelte schon früh,aufgrund ihrer eigenen Biografie, ein Interesse für Fragen zu Identität und Zugehörigkeit. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften zog sie nach England, wo sie an der University of Cambridge im Fach Psychologie promovierte. Heute leitet sie eine Forschungsgruppe zu Identität, Migration und Schwarzsein am Max Planck Institut für Bildungsforschung. 2025 erschien im Coronet Verlag ihr erstes Sachbuch (Dis)entangled. Why Black Hair Can’t Be Just Hair. — ist das so stimmig für euch? Ich hab mich an den existierenden Instagram Posts orientiert.
++ Rebecca Habtemariam ++ Sozialwissenschaften in Düsseldorf studiert. War Schülerin an der Deutschen Journalistenschule. Datenjournalismus-Weiterbildung an der Columbia University. Seit Anfang 2025 als Redakteurin und Host im Hochkant Ressort der ZEIT. Begeistert sich für Innenpolitik, Panafrikanismus und internationale Popkultur.

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