Fantastische Literatur öffnet Räume des Möglichen. Räume, in denen andere Körper, Beziehungen und Formen des Zusammenlebens erprobt werden können. In Afrosurrealismus, Dark Romance und Science-Fiction begegnen wir Zukunfts- und Parallelwelten, die gesellschaftliche Leerstellen sichtbar machen und dominante Narrative infrage stellen. Was zieht junge Leser*innen in diese Welten und welche Freiheiten bieten fantastische Genres für marginalisierte Perspektiven? Wie werden Machtstrukturen neu verhandelt und welche politischen Potenziale stecken hinter der vermeintlichen Realitätsflucht? Welche Denk- und Lebensräume entstehen, wenn wir literarisch über die Grenzen des Realen hinausgehen?
Auf der Bühne u.a. mit:
++ Feven Michael Keleta ++ lebt, schreibt und arbeitet in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit afrodiasporischer Musik, Afrofuturismen und -surrealismen. Neben Projekten zu Erinnerung, Widerstand und Subkultur gestaltete und hostete sie in den vergangenen Jahren Podcasts, Talks und Gesprächsformate, unter anderem für die Musikerin Alli Neumann sowie den 99 Questions Podcast, der sich mit Restitution, Museen und ihren kolonialen Verflechtungen befasste und Gäst*innen aus Kunst, Aktivismus und Wissenschaft zusammenbrachte.
Derzeit arbeitet Feven an „project: tapeshifta“, einem fortlaufenden Archivierungsprojekt, das die Musik der eritreischen Revolution digitalisiert, kontextualisiert und zugänglicher macht. Ihre Praxis verbindet Recherche, kuratorische Ansätze und diskursive Vermittlungsarbeit, immer mit einem Blick auf die vielfältigen Ausdrucksformen Schwarzer diasporischer Kulturen.
++ Aiki Mira ++ ist Autor*in von Romanen, Kurzgeschichten und Essays, die sich mit neuen, anderen Formen von Beziehung, Körper und Zukunft auseinandersetzen. Für diese Arbeiten wurde Aiki mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis und dem Kurd-Laßwitz-Preis. Übersetzungen ins Englische, Französische und Chinesische machen Aikis Short Fiction bereits international zugänglich. Mit den Romanen »Neongrau«, »Neurobiest« und »Proxi« gewann Aiki drei Jahre in Folge den Kurd-Laßwitz-Preis. Neongrau wurde zudem als Hörspielserie für die ARD adaptiert.
++ Anya Omah ++ ist geboren in Nordrhein-Westfalen, hat als medizinisch-technische Laborassistentin und Wirtschaftspsychologin gearbeitet, bevor sie sich als Autorin selbstständig machte. Über diese Entscheidung sagt sie Folgendes: „Ich war verrückt genug, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, und kehrte dem sicheren Bürojob den Rücken. Aber mal ehrlich … wie verrückt kann es sein, einen Traum zu leben, wenn man die Chance dazu bekommt?“ Im März 2014 veröffentlichte sie ihren Debütroman, es folgten zahlreiche weitere New-Adult-Romane. Mit der Sturm-Trilogie stand sie erstmals auf der Spiegel-Bestsellerliste, Band 3, »Gewitterleuchten«, stieg bis auf Platz 2.
++Yasmine M’Barek++ ist Redakteurin im Interviewressort der ZEIT. Sie hostet den ZEIT Podcast „Ehrlich jetzt?“, für den sie deutsche Spitzenpolitiker*innen interviewt.